Ich habe mir über den Begriff “Inselkoller” noch gar keine Gedanken gemacht, aber vielleicht hängt es damit zusammen, dass man sich auf einmal über jeden Dreck aufregt (man verzeihe mir die Ausdrucksweise) und dann irgendwie unzufrieden ist, aber eigentlich nur, weil es gar nichts anderes großartiges gibt, um sich aufzuregen. Keine Ahnung. Vielleicht bin ich aber mittlerweile auch so trainiert (durch das ganze Spazierengehen), dass ich mittlerweile noch eine andere Kompensationsart brauche, um meine überschüssige Energie loszuwerden. Wenn man kraftlos bzw. unsportlich ist, ist das Leben irgendwie einfacher. Insofern bin ich eventuell wirklich reif für die nächste Stufe - was immer das auch ist. Das lange Strecken Laufen macht mir mittlerweile - selbst im Regen - kaum noch etwas aus und ich bin fast versucht, das Trampen öfters zu streichen und stattdessen zu laufen. Das erhöht dann aber nicht unbedingt die Zahl der sozialen Kontakte.
Irgendwie kommt man sich hier ein bißchen vor wie in einem Camp in der Antarktis, in das jedes Jahr nur zehn Leute geschickt werden. Man trifft immer wieder diesselben Leute und MUSS sich mit denen arrangieren, die da sind. Man kann nicht sagen, dass einem die Nase vom Mitbewohner nicht passt oder dass irgendjemand komisch ist, denn man hat ja nicht unbedingt die Wahl. Die Frage ist natürlich, ob die “freie” Wahl überhaupt existiert oder gut ist. Zumindest bin ich zur Zeit etwas quengelig.
Vielleicht ist es auch das zusätzliche Vitamin D, das man durch den längeren Aufenthalt im Freien (selbst bei schlechterem Wetter) verstärkt bildet, das dann einen positiven Effekt hat und auch die Emotionen wieder höher kochen lässt (oder im Gegenteil).
Wie auch immer … mir geht es nach wie vor gut, man hört auch auf meine Vorschläge oder bedenkt sie zumindest und die Tage werden auch länger. Juhu!!!
Aber zugegebenermaßen ist irgendwie gerade die Luft raus…
Ich hoffe Euch geht es gut.
Liebe Grüße, Alex