Frohe Weihnachten allerseits nochmal!
Das Wort “Weihnachten” in Englisch ist sehr interessant, denn “Christmas” bedeutet zwar “Weihnachten” - wörtlich wohl eigentlich die Christmette/-messe, aber nicht die heilige “Nacht”, also der 24., sondern eher die Weihnachtsfeiertage. Christmas Day ist daher der 25., wobei der 24. Christmas Eve (also der Weihnachtsabend ist). Weihnachten feiert man hier dementsprechend auch eher am 25. Dezember, an dem man morgens die Geschenke auspackt, die Santa gebracht hat . Der 26., bei uns der 2. Weihnachtsfeiertag, ist hier “Boxing Day” (wo früher die Angestellten Geschenke in “Boxen” (Schachteln) erhalten haben und man heutzutage sich in den Läden herum”boxt”, um Geschenke umzutauschen und Schnäppchen zu machen).
Wie auch immer, gegen 6 sind dann so die Gäste eingetrudelt. Wir waren insgesamt zu sechst und haben lecker deutsches Weihnachten gefeiert mit Würstchen und Kartoffelsalat. Es sind aber noch massig Wienerle übergeblieben, weil dann doch Vegetarier anwesend waren.
Kurz vor 10 sind wir dann in die Kirche aufgebrochen. Nicht, dass ich besonders religiös oder gläubig wäre, aber dieses kulturelle Erlebnis durfte ich mir echt nicht entgehen lassen. Wir waren in der United Church, einer kanadischen wohl protestatisch angehauchten Kirche und der Gottesdienst war insgesamt sehr neutral gehalten. Es gab viele Weihnachtslieder und ein paar Gebete und ein Adventskranz, den man hier sonst nicht kennt, wurde ein bisschen zweckentfremdet (nach deutschen Gesichtspunkten) eingebaut. Es ist wirklich lustig, dass die eigenen Bräuche hier oft in ganz anderer Gestalt wieder auftauchen, denn während der Adventskranz in Deutschland das Warten auf Weihnachten in den vier vorhergehenden Wochen versinnbildlichen soll (so wie die Minora, der Kerzenständer der Juden, bei denen in der Woche vor ihrem “Weihnachten” - Chanukka eine Kerze mehr angezündet wird), bildet er hier eher ein Symbol für Liebe, Frieden und Gerechtigkeit (oder so) auf Erden.
Am Ende wurden dann noch Kerzen ausgeteilt und man hat nochmal zusammen gesungen. Alles in allem war sehr nett, undogmatisch, ohne Abendmahl irgendeiner Art und dann doch ein bisschen zu “leicht”.
Ich hab mit einer Kanadierin darüber gesprochen und sie meinte, man würde die Gottesdienste an Weihnachten wohl so “offen” gestalten, damit auch andere, die sonst nicht in die Kirche gehen, teilnehmen könnten und sich nicht zu ausgeschlossen fühlen würden - sie kenne das dann aber auch ein bisschen anders.
Ich werte nicht. Ich beobachte nur. Und ich freue mich, dass man mich mal wieder einfach in den Kreis aufgenommen hat (daher ist dies keinerlei Kritik von meiner Seite).
Ich hoffe, ihr hattet ein ebenso besinnliches Fest und feiert noch schön an den Feiertagen, an “Christmas” eben.
Schönen Tag, ihr Lieben
Eure Alex