Heute war ich wieder in der benachbarten Weltstadt Vancouver. Wenn man allerdings einiges erledigen will, muss man seine Zeit wirklich durchplanen, denn einige Shops liegen “relativ” weit auseinander in der Innenstadt.
Kanada ist ja sooooo cool, weil es zweisprachig ist. Doch Moment, welche Sprachen waren das doch gleich? Wenn man hier so rumfragt, hat man den Eindruck neben Englisch sei die zweite Sprache Mandarin, Kantonesisch, Koreanisch oder Indisch, Spanisch etc… von Französisch keine Spur. Es sprechen hier wahrscheinlich mehr Leute Deutsch als Französisch (übertrieben gemutmaßt). Denn mit der Bilingualität ist es nun wirklich nicht so weit her. Kanada, der Staat, ist bilingual und zwar gezwungenermaßen, weil Quebec das Französische nicht aufgeben will, aber in den Provincen (Bundesländern) spricht man eigentlich nur eine offizielle Sprache bzw. eine offizielle und die, die notwendig sind. Französisch ist das in BC, Ontario etc, mit Sicherheit nicht. Selbst in Ottawa und Montreal gibt es ganz klare Grenzen zwischen den unterschiedlichen Sprach-Communities und so kommt es vor, dass Menschen mehrere Jahre in Quebec wohnen ohne auch nur ansatzweise französisch zu können (oder auch zu brauchen). D.h. der Traum von der echten Bilingualität ist und bleibt ein Traum. Viele Quebecoises hingegen sprechen tatsächlich beide Sprachen. Man weigert sich zwar, das Englisch anzuerkennen, aber man kann es trotzdem. Und so kommt es auch, dass die Regierungskreise von echten zweisprachigen Leuten bevölkert werden. Wer was werden will im Land (also auf nationaler Ebene) braucht beide Sprachen. Wer nur die “Regentschaft” der einzelnen Provinz anstrebt, kann mit einer Sprache auskommen. Mir kommt jetzt ganz spontan Herr Stoiber in den Sinn, aber ich kann nicht sagen warum (Man denke sich seinen Teil). Die echte Bilingualität des Landes oder von Bereiches des Landes ist eine Mär. Leider. In Vancouver werde ich nicht besser französisch lernen können als in München - außer vielleicht, dass wir hier nationales, französisch-sprachiges Fernsehen haben, während in Europa die französischen Fernsehsender ja nicht national (also nationale, deutsche Themen betreffend) sind. Außerdem gibt es da immer die Probleme mit den Satellitenprogrammen und der Verschlüsselung etc.
Auf jeden Fall weiß ich wieder mehr. In Kanada nimmt man die Sprachvielfalt einfach hin und übersetzt die (wenigen) notwendigen Dinge in die (erforderlichen) Sprachen. Der Bankomat z.B. kann auch chinesisch und französisch (aber kein Deutsch, da alle Deutschen in Kanada Englisch können - müssen, aber das ist unser nationales Problem).
Bart schnarcht neben mir. Er ist müde, denn ich bin gerade erst heimgekommen von meiner ehrenamtlichen Arbeit (Mehr dazu morgen - Photo gibts heute schon für die, die den Link kennen).
Liebe Grüsse,
Eure Alex