Heute war ich wieder bei einer Party am Ende der Welt. Naja, nicht am Ende der Welt, aber zumindest jenseits der befestigten Strassen und das auch noch abends und alleine. Also so viele Strassen gibt es ja auf Bowen nicht, insofern kann man sich nicht so leicht verfahren, aber dafür sind einige Strassen wirklich sehr verbesserungsbedürftig. So bin ich also durch ein paar Schlaglöcher und ein paar wirklich steile Hügel hinauf und hinunter gefahren bis ich endlich mein Ziel erreicht habe. Man fährt dann immer durchs nirgendwo und auf einmal taucht ein schönes, grosses Haus auf und sobald man die Dunkelheit (und zur Zeit den Regen) hinter sich gelassen hat, fühlt man sich superwohl. Die Kanadier stehen auf das open kitchen - Konzept, also dass der Herd inmitten der Küche steht und man daneben noch essen kann und ehrlich gesagt, finde ich das auch total cool. Diesmal gab es ein Veggie-Pizza-Potluck, d.h. jeder hat irgendwelche Zutaten für eine Pizza mitgebracht und man hat zusammen dann die Pizza belegt und gebacken (Ja, ja sehr viel Arbeit). Und danach haben wir ca. 2 Stunden lang Karamel gemacht. Man gibt einfach Maissirup, Zucker, Sahne und Butter in einen Topf und lasse das Ganze bei milder Temperatur köcheln…. und das so lange, bis die Masse eine Temperatur von 245°F erreicht hat - dann ist alles fertig. Hört sich schnell an, dauert aber ewig. Eine ausgiebige Diskussion über die kanadischen Maßeinheiten eingeschlossen. Man war sich dann aber doch einig, dass sich die Amis nie ändern würden und die Kanadier alle so intelligent sind, dass sie verschiedene Maßsysteme locker händeln können. Es ist ganz lustig, wenn die Leute erzählen, dass es zwar 0° Celsius kalt ist, aber 80° Fahrenheit warm. Und das Interessante ist dann wirklich, wie die Leute wann wo aufgewachsen sind und wie sie ihre interne Skalierung erhalten haben. Ein Fuß (foot) sind angeblich 12 Zoll (inch), weil irgendsoein König mal seine Füsse hätte ausmessen lassen. Und das Inch hat irgendetwas mit den Fingern zu tun, aber fragt mich nicht was. Beim Kochen und Backen verwenden wohl so ziemlich alle ihre Volumenmaße (Cups), wobei man den Deutschen ihre Perfektion und Genauigkeit durchaus anerkennt. Nun ja, was soll ich sagen, ich war wirklich unter lauter halb-deutschen Mädels und da gab es dann nur noch die nicht-deutsche männliche Seite. Und dann fragen mich diese deutsch-verstehenden und nur teilweise sprechenden Mädels dann doch glatt nach der Übersetzung von “rolling pin” - mit einem Hinweis auf das Küchenwerkzeug und ich bin nicht in der Lage das richtige Wort dafür zu finden. Ich habe sie mal mit “Küchenholz” stehen gelassen und es auch mit “Küchenroller” probiert, aber ich musste gerade nachLEOen (bei www.leo.org nachgucken), dass es sich um ein NUDELholz handelt. Wie soll denn eine echte Deutsche, die sich gerade auf englischen Denkbahnen bewegt, darauf kommen, dass dieses Rollteil, mit dem man den Kuchen ausrollt, früher mal für Nudeln verwendet wurde. Gut, meine Oma hat früher auch Nudeln selbst gemacht - ich erinnere mich noch heute an ihre Nudelsuppe, aber das mit den Nudeln hab ich wirklich nicht hinbekommen. Stuck in another language! In der anderen Sprache hängengeblieben, bin ich da wohl. Peinlich, oder? Übersetzen ist echt nicht meine starke Seite (also zumindest nicht ohne LEO).
Liebe Grüsse und einen schönen Tag Euch allen!
Alex