Wie Du vielleicht mitbekommen hast, bin ich gerade etwas erkaeltet und damit nicht 100% ig fit.
Insofern wieder mal ein etwas komprimierter Bericht. Nachdem ich also am Dienstag meine Ablehnung fuer den Job bei Whistler Heli-Skiing bekommen habe, war ich etwas frustriert. Denn ein Job in einem Skigebiet abseits der Grossstadt mit einem Sch… job ist ja schon etwas frustierend. Da zieht man dann doch ein Sch… skigebiet in der Naehe der Grossstadt vor. Die Jobs in Whistler werden nur saisonweise vergeben und somit saesse ich in Whistler bis April fest ohne wirklich coolen Job (denn nichts ist so cool wie Heli-Skiing in den kanadischen Bergen). Noch dazu sind die meisten Saisonarbeiter in Whistler nicht Kanadier, sondern Australier, Briten, Deutsche, sonstige Europaer und ein paar Quebecoises (natuerlich sind das Kanadier, obwohl sie sich selbst nicht immer so sehen). Insofern waere es mir aber nicht wirklich moeglich, die Kanadier und ihr Land kennenzulernen, sondern nur viel Auslaender und Touristen. Mit Heli-Skiing waere das egal gewesen, denn das haette vieles kompensiert, aber so hat Whistler an Attraktivitaet verloren.
Naja, am Freitag/Samstag war eigentlich eine Jobmesse in Whistler, aber ich habe mich entschlossen, nicht dorthin zu fahren. Anstatt dessen habe ich Plan B entwickelt.
Nachdem ich am Dienstag also mit meiner deutschen Bekannten auf Bowen Island war, der 70 qkm grossen Insel vor Vancouver (in 30 min Entfernung von Downtown Vancouver mit dem Wassertaxi und ca. 1 h Entfernung mit Bus und Faehre), und dort alles ganz suess und sehr kanadisch war (3000 Leute wohnen auf einer stark bewaldeten Insel mit Rentieren), habe ich mich also entschlossen, mich dort mal nach Zimmern umzusehen.
Und wirklich, ich habe ein nettes Haeuschen auf Craigslist gefunden, das eine Kunstprofessorin mit ihrem kleinen Hund bewohnt. Gestern war ich dann beim Haus angucken. Das Haus ist 20 Minuten von der Faehre entfernt und liegt irgendwo inmitten der Huegel von Bowen.
Vom Wohnzimmer aus sieht man auf die Waelder und die Auslaeufer des Pazifik (also die Bucht vor dem Festland von British-Columbia). Es hat mir gleich gefallen. Und wenn ich mir jemals ein Haus bauen wuerde, dann haette er ein Interieur, das dem des Haeuschen gleichkommt (Bald gibts Photos).
Heute geht es also los. Mein Landlord holt mich heute abend von meinem Hostel ab und ich kann in mein Zimmer auf der einsamen Insel ziehen. Naja, so ganz verlassen ist die Insel nicht, denn es gibt 4 Friseure, 2 Aerzte, mehrere Tieraerzte, 2 Supermaerkte, 4 Cafes, eine Bank, Restaurants, eine Galerie, mehrere Hotels, mehrere Fitnesscenter, Yoga - und Taikwondo-Schulen, eine Grund- und eine Privatschule etc. Das alles fuer nur 3000 Einwohner, aber dafuer scheint die Insel sich auch so seine Einwohner selbst auszusuchen. Es gibt wohl sehr viele Akademiker, Kuenstler, Autoren auf der Insel und mein Landlord meinte “Langweilige Leute gibts auf der Insel nicht, weil die das hier nicht aushalten wuerden”.
Naja, dann bin ich also mal gespannt, wie langweilig ich selbst bin und wie die Insel mich so findet.
Das Gute ist aber, dass das Festland bzw. die Grossstadt nur 30 Minuten weit weg ist und ich somit immer wieder in den Trubel der Grossstadt eintauchen kann, falls mich die Ruhe und Abgeschiedenheit der kleinen Insel nervt. Schaun wir mal, wie lange ich diese “Island-Experience” (Insel-Erfahrung) durchhalte.
Viele Gruesse in die Ferne!
Eure, Alex