Also heute gibt es nicht so viel zu berichten. Morgens hat es die ganze Zeit geschüttet, so dass ich in meinem Zimmer aufgewacht bin.
Beim Frühstück war es dann nur noch wolkig, aber trocken… Nach ein bisschen rumsurfen und rumlungern, bin ich in die Stadt zum Indisch essen. Es war gut, aber nicht besser als in München.
Danach Kaffee trinken - es war okay, aber eben ein bisschen kanadisch wässrig. Schliesslich war ich noch im Kino - genauer gesagt im Kino der Scotiabank (Ecke Burnaby/Smiths). Da hat eine Bank tatsächlich ein Kino und man bekommt irgendwie Freikarten, wenn man sein Konto oft benutzt, oder so. Ich selbst hab noch kein kanadisches Konto, aber ich überleg mir das noch mal
Das Kino selbst war sch… teuer - 13 Can$ (ca. 9-10 EUR), aber das zahlt man in München zu manchen Gelegenheiten auch.
Ich hab mich jetzt übrigens auch schon über Car-Sharing informiert und das geht genauso unproblematisch wie in München. Und man kann in so gut wie jedem Stadtteil von Vancouver ein Auto mieten. Wenn ich einen Job in Whistler bekomme, sieht das etwas anders aus, aber schaun wir mal, was die Heli-Skiing-Company morgen sagt.
Übrigens gibt es hier auch exakt meine elektrische Zahnbürste (mit kanadischem Stecker natürlich), meinen Lippenbalsam, meine Cornflakes, Zahnpasten und Duschgels, die man kennt und so ziemlich viele andere deutschen Markenwaren auch. Mir war bisher nicht bewußt, wie international viele Marken mittlerweile wirklich sind. Das ist markenrechtlich natürlich sehr spannend.
Letztendlich bedeutet das alles aber, dass ich in Vancouver vollkommen angekommen bin, weiß wo man was einkauft und wie man wohin kommt. Die oberflächlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Kanada minimieren sich auf eine extrem geringe Käse- und Wurstauswahl und auf ihr unterschiedliches Stromsystem. Alles andere ist gleich oder sehr ähnlich wie in den meisten anderen Grossstädten der zivilisierten Welt. Das war vor 10 Jahren - als ich ein paar Monate in Toronto gewohnt habe, noch etwas anders.
Das bedeutet aber, dass die Unterschiede stärker in der Gesellschaft und in dem Zusammenleben der Menschen zu suchen/finden sind. Da ich aber leider nur Australier, Briten, Deutsche und Quebequoises in meinem Hostel kennenlerne, wird das noch etwas auf sich warten lassen.
Naja, es ist gut, dass der Unterschied nicht so groß ist. Ich verstehe jetzt auch besser, warum der Unterschied für Australier noch viel geringer ist und diese sich hier fast wie in einer abgelegenen australischen Stadt fühlen.
Ich habe echt den Eindruck, dass der oberflächliche Unterschied zwischen Grossstadtmenschen und Dorfbewohnern teilweise grösser ist, als der Unterschied zwischen den hochentwickelten Ländern. Ich möchte mich hierbei aber eher als Dorfbewohner kategorisieren, denn ich komme ja aus München, dem wahrscheinlich größten Dorf der Welt. (Und ja, ich bin auch auf einem echten Dorf aufgewachsen).
Sonntag früh wurden wohl in Vancouver ein paar Leute angeschossen. Es ist keiner lebensgefährlich verletzt worden, aber irgendwie schreckt man als behüteter Deutscher dann doch davor zurück, in solche Bezirke zu gehen (Geschweige denn, dorthin zu ziehen, obwohl die Mieten dort spottbillig sind).
Nein, ihr braucht Euch keine Sorgen machen… ich pass schon gut auf mich auf… hier in der grossen, weiten Welt.
Liebe Grüsse,
Eure Alex