Nachdem ich gestern abend dann doch von meinen Mädels zum Abendessen abgeholt worden bin, ist es dann doch wieder recht spät geworden. So spät, dass ich mich gar nicht mehr von meiner Australierin, meiner Doppelbettparterin, verabschieden konnte. Dafür hat diese mich dann um 4 Uhr aufgeweckt, als sie in Richtung Flughaden aufgebrochen ist. Insofern habe ich lang geschlafen … bis kurz nach 9 oder so. Da es in meinem Hostel nur bis um 10 Uhr Führstück gibt, hab ich mich schnell geduscht, geföhnt und war dann noch rechtzeitig unten. Eine Kollegin war auch schon da und hat mir vorgeschlagen, doch eine Tagestour mitzumachen. Den ganzen Tag wandern/rumlaufen … neeeeee.
Da bin ich dann lieber alleine losgezogen. Ich musste mir ja eh noch mein Busticket zu meinem Vorstellungsgespräch in Whistler morgen kaufen. Insofern bin ich also durch Chinatown Richtung Bahnhof gelaufen. Mein Magen hat gegrummelt. Das tut er eigentlich schon die ganze Zeit seit er da ist und ich denke, ich muss mich hier ernährungstechnisch erst adaptieren. Kurz vor dem Bahnhof gab es an einer Kreuzung einen Hotdog-Stand. Ein alter Asiate hat mich angelächelt… da konnte ich nicht wiederstehen und habe mir einen Hotdog mitgenommen … frisch gegrillt mit gerösteten Zwiebel, Gurkenzeug, Krautzeug und Soße. Lecker!!!
Nachdem ich mir dann im Bahnhof mein Busticket gekauft habe, bin ich in Richtung nördlicher Küste, d.h. Seehafen gelaufen. Auf dem Weg hab ich mir Chinatown angeguckt. Hier hatte ich auch ein gaaaanz billiges Hostel gefunden, aber nachdem ich dann das Drogenbesteck der herumlungernden Personen gesehen habe, habe ich festgestellt, dass es eine gute Entscheidung war, das Doppelte für ein Hostelzimmer auszugeben. Durch ein paar Seitenstrassen, in denen ganz komische Gestalten rumliefen, z.B. ein blondes, total ungestiltes, aber bauchfreies Mädchen, bei dem ich mir nicht so ganz sicher war, was sie denn so den ganzen Tag trieb, bin ich schliesslich zum Containerhafen gelangt.
Und irgendwann sah man sie dann …. hinter großen Containerkränen tauchten die Berge auf. Zum ersten Mal konnte ich die beeindruckende Aussicht geniessen. WOW … ab dann ging irgendwie alles Schlag auf Schlag und ich konnte mich gar nicht mehr entscheiden, welchen Ausblick ich den nun besser fände und welcher Ort wohl der beste wäre. Letztendlich hat dann vorläufig der “Englische Bucht Strand” an Vancouvers Westküste gewonnen, als ich kurz vor dem Alexandra-Park sitzend die untergehende Sonne und die grossen Frachter in der Bucht vor Vancouver Island beobachten konnte.
Echt schön hier.
Von der Westküste bin ich wieder Richtung Downtown getappert. Die Appartementhäuser in Strandnähe sind echt sehr schön (will auch!!!).
Und irgendwann bin ich dann im Rosa-Viertel gelandet. Man mag ja so seine Vorurteile haben, aber das West End von Vancouver ist eines der gemütlichsten Stadtteile, die ich bisher gesehen habe. Sogar der Supermarkt hatte eine riesige, gute Auswahl - selbst für Menschen, die selbst kochen wollen. Und ich habe zum allerersten Mal seit ich in dieser Stadt bin, richtig Lust bekommen, mir eine Wohnung zu suchen.
Das mag alles natürlich auch an dem herrlichen Wetter liegen, das wir heute in Vancouver hatten, aber vielleicht bin ich einfach ein bisschen mehr angekommen.
Naja, ich bin gespannt auf morgen … da fahre ich nach Whistler zu meinem ersten Vorstellungsgespräch. Ich hoffe mal, es klappt, denn zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gestern abend zum Grossteil nur mit Deutschen rumgehangen bin und insofern meine Sprache nicht wirklich besser wird.
Drückt mir die Daumen! Ich schau mal, ob ich meine Mädels finde, damit die mir noch eine Styling-Beratung für morgen geben können.
LG, Alex