In Zeiten der Arbeitsteilung muss nicht jeder Mensch alle Dinge tun. Doch welche Tätigkeiten sind normal? Und wieviele Leute existieren, die manche Dinge einfach noch NIE IM LEBEN gemacht haben.
Als Beispiel möchte ich hier z.B. das Kochen anführen.
Wieviel Prozent der deutschen Bevölkerung (über 45) kann kochen bzw. hat jemals gekocht?
Oder Wäsche gewaschen? Oder gebügelt? Oder geputzt … im Speziellen das Klo geputzt?
Wer kann sich alleine ernähren? Und umsorgen?
Früher war die Sache klar, die Fronten geregelt: Das macht das Hausmädchen bzw. alternativ: der Mann schlachtet das Tier und die Frau wäscht die Wäsche. Grillen ist Männersache.
Und heute? Heute brauche ich nicht mehr einen ganzen Tag lang Wäsche zu schrubben. Gegebenenfalls kaufe ich mir eben neue Klamotten. Das Fleisch gibt es im Supermarkt abgepackt und mariniert.
Schön, schön, dass wir das nicht mehr machen müssen und mehr Zeit haben für die wichtigen Dinge des Lebens .. sowas wie … GELD verdienen? Damit man sich dann mehr Fleisch und mehr Klamotten kaufen kann. Irgendwie ist das langweilig.
Der Hartz IV - Satz für Langzeitarbeitslose wurde um 5 EUR erhöht. Die OECD kritisiert, dass der Satz zu hoch ist, um zum Arbeiten zu motivieren. Was soll ich dazu sagen?
Wenn ich mir vorstelle, dass meine Miete sowie sämtliche Nebenkosten bezahlt werden und dass ich noch zusätzlich 400 EUR im Monat (also 13,20 EUR) pro Tag erhalte, dann ist das vielleicht nicht viel, aber auf jeden Fall viel leichter verdient, als wenn man für dasselbe Geld 30-40 Stunden arbeiten geht, z.B. bei einem Stundenlohn von unter 5 EUR, der in Ostdeutschland schon öfters vorkommt.
Aber war ist denn eigentlich mit dem Recht auf Arbeit? Wieso bekommen diese Menschen in unserer Gesellschaft keine Arbeit und wieso kann es billiger sein, sie mit dem Mindestsatz abzufinden und ruhig zu halten, als sie für gemeinnützige Arbeit (die letztlich so gut wie jede Arbeit ist) heranzuziehen oder ihnen eine entsprechende Arbeit zur Verfügung zu stellen? Quo vadis, Germania?
Natürlich hat keiner Bock zu arbeiten bzw. die wenigsten haben überhaupt Lust dazu.
Letztendlich muss aber unser Land, genug Nahrung und Austauschgüter produzieren, um alle Bürger zu ernähren und auch mit sonstigen Gütern (durch Tausch der Austauschgüter) zufriedenzustellen.
Früher arbeiteten nur 50 % der Bevölkerung zum Broterwerb, während sich die anderen 50% der Hausarbeit widmen mussten. Letztendlich reichte die “externe” Arbeit (sowie die eigens angebaute/aufgezogene Nahrung mittels “interner” Arbeit) aber zur Ernährung der ganzen Familie.
Die Ernährung mittels interner Arbeit ist heutzutage nur noch schwer möglich, was in erster Linie aber auch an unseren Ansprüchen liegt. Wer einen Fernseher, ein Handy, einen Computer und ein Auto will, muss mehr schaffen, als ein Beet mit Karotten, Kraut und Kartoffeln.
Außerdem ist auch unsere medizinische Versorgung heutzutage extrem teuer und aufwendig. Da ist nix mit Heimarbeit. Schade eigentlich… das Leben damals war mit Sicherheit härter, aber dafür nicht unbedingt weniger besäht mit Glück, Zufriedenheit und Liebe. Vielleicht im Gegenteil, denn die Menschen MUSSTEN zusammenhalten. Heutzutage müssen das nur noch die Grossunternehmen und Behörden…. Oder?
LG, Eure ALEX