Früher gab es immer einen Patriarchen, Monarchen oder Führer. Da dieser auch die Aufgabe zur Lenkung der Geschicke der Gesellschaft hatte, war er auch verantwortlich. Das konnte dann bis hin zu Kriegen führen. Jedoch sagte ein König nicht: “Das hab ich zwar bezahlt und angeschafft, aber das ist nicht meine Verantwortung”. Heutzutage haben sich die Dinge geändert.
Es gibt keine Alleinherrscher mehr. Selbst die deutsche Bundeskanzlerin ist nicht in der Lage, einem Bürger einen Job zu verschaffen und die Minister denken auch teilweise, es geht um Käsekuchen. Dass das Leben von 80 Millionen Menschen von den Geschicken der deutschen Regierung abhängt realisiert keiner. Und es ist auch keiner bereit, die Verantwortung dafür zu tragen. Gegebenen falls ist immer jemand anders schuld. Das ist in Afganistan so, wo irgendwelche Terroristen die armen deutschen Soldaten erschiessen. Das ist natürlich Pech, dass die Afganen da teilweise so gemein sind. Kein Politiker würde hingehen und sagen: “Ich habe die Jungs dahin geschickt, ich bin auch verantwortlich dafür, dass wir jetzt Tote heimbringen”. Für Tote ist keiner verantwortlich in Deutschland. Das ist so mit den Bundeswehrsoldaten, die ihr Leben lassen mussten in den “wichtigen” Einsätzen. Das ist aber auch so für die Toten für Duisburg, wo die potentiellen Verantwortlichen nichts besseres zu tun haben, als die Schuld weiterzuschieben. “Ich bin auf jeden Fall NICHT verantwortlich”. Den schwarzen Peter will keiner haben, den wollte aber auch noch nie einer haben. Verantwortlichkeiten werden abgewehrt. Die Firma ist schuld. Die Struktur ist schuld oder ein Einzelner ist schuld, der wirklich nur seinen Job getan hat. Menschenmassen von mehr als 1 Million Menschen unbeschadet durch eine Veranstaltung zu bringen, ist aber wirklich keine leichte Aufgabe. Eigentlich wird es ja schon ab 100 Menschen schwierig. Wenn es dann aber 100 x 100 x 100 Menschen sind, wird es um mehrere Potenzen schwerer. Da braucht man schon fast einen eigenen Verantwortlichen für die Menschenflussanalyse. Auf jeden Fall ist mit Sicherheit kein kleiner Polizist verantwortlich, der vor Ort Fehler gemacht hat, sondern die Gesamtveranstaltungsleitung. In Mekka - bei der islamischen Wallfahrt, der Hadsch - gibt es regelmäßig Tote. Es ist eben schwierig, so viele Menschen zu jonglieren. Das weiß jeder, der einmal auf einem Konzert war (mit 50 000) Menschen. Dafür dann im Nachhinein nicht die Verantwortung übernehmen zu wollen ist schlichtweg feige. Wer soviele Menschen an einen Ort lädt (aus welchem Grund auch immer) muss die Verantwortung für die Sicherung der Leben übernehmen. Natürlich ist das kein einfaches Unterfangen, aber wenn ich mich dieser Aufgabe nicht gewachsen sehe, darf ich so eine Veranstaltung eben nicht veranstalten. Aus, Schluss, basta.
Bei mir wären schon fast Veranstaltungen geplatzt, weil 101 Stühle in einem Raum standen, der (aus Sicherheitsgründen) nur für 100 Stühle zugelassen war. Genauso habe ich einen knallharten Türsteher abgegeben als die 3000 Tickets bereits verkauft waren und wir niemand mehr hereinlassen durften.
Im Nachhinein wurde ich noch aufgezogen, weil ich 100 EUR Schmiergeld nicht akzeptieren wollte, um doch noch jemand reinzulassen. Aber nein, ich war immer ein kleines Licht, das die Anweisungen ausgeführt hat und JA, ES GAB IMMER EINEN VERANTWORLICHEN, DEN ICH MIT NAMEN KANNTE.
Das System trägt die Verantwortung nicht - noch nicht. Menschen tun das… egal wofür.
Bekennen Sie sich! Fehler darf und muss man zugeben.
Und wenn keiner bereit ist, die Verantwortung zu tragen, dann gibt es solche Veranstaltungen mit mehr als ein paar tausend Menschen in Zukunft eben nicht mehr (in diesem Land). Mir solls recht sein.
Viele Grüsse,
Alex