Manchmal überlegt man sich, was es in dieser Überflussgesellschaft nicht gibt. Und eigentlich ist alles da. An jeder Ecke ist ein Supermarkt und ein Bäcker - Essen gibt es genug. Doch schaut man einmal genau hin, dann sieht man, dass es zwar an jeder Ecke Essen geben mag, aber die Qualität läßt teilweise doch sehr zu wünschen übrig. Es gibt kaum einen echten Bäcker, der noch selbst den Teig anrührt und frisch backt. Stattdessen wird Fertigteig in die “Bäckereien” geliefert und von einer schlechtbezahlten Angestellten lieblos zubereitet. Die Breze sieht dann so aus, dass man sie gerade noch erkennen kann und hat entweder sehr viel oder sehr wenig Salz. Das “rechte” Maß ist unbekannt. Dann bekomme ich also Brezen für 40-50 cent, die auch so ähnlich schmecken, aber es ist wirklich kein Vergleich zu den selbstgemachten Brezen von früher bzw. vom ausgewählten Bäcker. Ich kauf mir also diese “Brezen” und jammere eigentlich den richtigen Brezen hinterher. Aber wäre ein richtiger Bäcker konkurrenzfähig? Für 40 cent pro Stück eine tolle Breze backen? Als gutausgebildeter und angemessen bezahlter Bäcker? Wohl kaum oder zumindest nicht unbedingt in der Grossstadt.
Insofern muss ich warten, bis mir der wahre Luxus wieder zuteil wird und ich zufälligerweise einen echten Bäcker finde oder mir jemand echte Semmeln und Brezen mitbringt.
Ernähren kann man sich von dem Zeug zwar schon, aber das Echte fehlt. Die Qualität fehlt, aber wenn der Markt nicht bereit dazu ist, die Qualität zu zahlen, kann man wohl nichts machen, denn mittlerweile machen ja auch schon die Discount-Bäcker, den Aufbackbäckern (wie Müller, Wimmer oder Konkurrenz).
Ich möchte nicht daran denken, wie es weitergeht und vielleicht entwickelt sich die Nachfrage ja dann doch in Richtung höher Qualität und mehr Luxus im alltäglichen Leben.
Schönen Abend,
Alex