Es mag eine Zeit gegeben haben, in der jeder Mensch, jeden anderen Menschen (auf dieser Welt kannte). (Oder zumindest, dass diejenigen, die überlebt haben, jemand gekannt haben, der von jemandem gelernt hat, wie man Feuer macht etc.).
In vielen Dörfern und kleineren Städten war es bis vor ein paar Jahrhunderten (oder ist in geringem Maße immer noch) so, dass jeder jeden kannte. Wenn man sich z.B. einen Partner suchte, war die Auswahl sehr begrenzt und eigentlich sämtliche Kandidaten waren auch den Freunden und Verwandten bekannt. Der Vorteil war, dass kaum jemand alleine auf der Strecke blieb (naja oder zumindest, dass die die übrig blieben ins Kloster gesteckt wurden, Knecht wurden oder auszogen, um woanderst das Glück zu finden). So gab es dann aber doch damals auch Fremde, die irgendwann von irgendwo auftauchten, von denen keiner etwas wußte. Heutzutage ist es meistens so (also gerade in der Grossstadt), dass man von neuen Leuten, die man kennenlernt erst mal gar nichts weiss (und man letztendlich nicht weiß, ob der andere lügt, dass sich die Balken biegen).
Mit Hilfe der modernen Sozialmedia wie Xing, Facebook, WKW etc. wendet sich das Blatt auf einmal.
Denn oft mir nur einem Vornamen und einer Ortsangabe oder Jobbeschreibung lassen sich viele Menschen ausfindig machen. Je nachdem, wie die dann ihre eigene Privatsphäre schützen (ob sie sich per google finden lassen oder ihre Profile für die ganze Welt freigeben oder bei jedem Portal ihren echten Namen oder denselben Nicknamen verwenden) , kann man so so einige Informationen und Konsistenz in die Dinge bringen, die sich einem so darlegen.
So stellt sich z.B. heraus, dass der angeblich 29-Jährige im Jahr 1996 sein Abitur gemacht hat und outet sich damit als Überflieger oder Lügner. Bei dem anderen stellt sich heraus, dass er dann doch auch ein Studienabbrecher ist oder aber dass der angebliche Langschläfer bereits um 6 Uhr früh MEZ, seine Freunde auf Facebook mit seinen Nachrichten erfreut.
Alles in allem ist also die Transparenz der Gesellschaft WIEDER besser geworden. Man kann WIEDER mehr über Menschen erfahren und muss nicht zwangsläufig auf deren Eigenaussagen vertrauen (also unter Umständen). Ob das besser ist?
Also ich persönlich finde es nicht so toll, wenn jeder auf der Strasse nach dem ersten Kennenlernen meine Adresse weiß und meine gesamten Hobbies kennt. Ein bisschen Privatsphäre ist dann doch nett (und angebracht). Andererseits war früher (fast) jeder immer im Telefonbuch eingetragen.
Alles in allem weiß ich auch nicht, wie man sich verhalten sollte. Vielleicht sollte man ein bisschen mehr darauf achten, seine Privatsphäre zu schützen.
Jeder von uns ist einmalig. Auch Du. Pass gut auf Dich auf!
LG, Alex